Matten Vogel

Arbeiten /
Works  

Biografie /
Biography

Kontakt /
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u.z.e., 2006 – 2012
Serie von 16 Bildern / series of 16 paintings

u.z.e._P1, 2007
Öl auf Leinwand / oil on canvas
160 x 200 cm

 

im Atelier am 05.09.07 / in the studio, September 5th, 2007
fotografiert von Erik Jan Ouwerkerk / photography taken by Erik Jan Ouwerkerk
Matten Vogel vor u.z.e._P2 / Matten Vogel in front of u.z.e._P2
Öl auf Leinwand / oil on canvas
160 x 200 cm

 

u.z.e._P3, 2007
Öl auf Leinwand / oil on canvas
160 x 200 cm

 

im Atelier am 05.09.07 / in the studio, September 5th, 2007
fotografiert von Erik Jan Ouwerkerk / photography taken by Erik Jan Ouwerkerk
Matten Vogel vor u.z.e._P4 / Matten Vogel in front of u.z.e._P4
Öl auf Leinwand / oil on canvas
160 x 200 cm

 

im Atelier am 05.09.07 / in the studio, September 5th, 2007
fotografiert von Erik Jan Ouwerkerk / photography taken by Erik Jan Ouwerkerk
Matten Vogel vor u.z.e._P5 / Matten Vogel in front of u.z.e._P5
Öl auf Leinwand / oil on canvas
160 x 200 cm

 

im Atelier am 05.09.07 / in the studio, September 5th, 2007
fotografiert von Erik Jan Ouwerkerk / photography taken by Erik Jan Ouwerkerk
Matten Vogel vor u.z.e._P6 / Matten Vogel in front of u.z.e._P6
Öl auf Leinwand / oil on canvas
160 x 200 cm

 

Über die Unmöglichkeit zu erkennen, 2006

im Atelier am 14.07.06 / in the studio, July 14th, 2006
fotografiert von Erik Jan Ouwerkerk / photography taken by Erik Jan Ouwerkerk
Matten Vogel vor "Über die Unmöglichkeit zu erkennen", 2006
Öl auf Leinwand / oil on canvas, 160 x 200 cm

 

im Atelier am 14.07.06 / in the studio, July 14th, 2006
fotografiert von Erik Jan Ouwerkerk / photography taken by Erik Jan Ouwerkerk
Matten Vogel vor "Über die Unmöglichkeit zu erkennen", 2006
Öl auf Leinwand / oil on canvas, 160 x 200 cm

 

im Atelier am 14.07.06 / in the studio, July 14th, 2006
fotografiert von Erik Jan Ouwerkerk / photography taken by Erik Jan Ouwerkerk
Matten Vogel vor "Über die Unmöglichkeit zu erkennen", 2006
Öl auf Leinwand / oil on canvas, 160 x 200 cm

 

Nicht erkennen?

Vielleicht: Inhaltsverlust, Unschärfe, Verschwinden, Leere. >> Matten Vogel stellt mit seinen aktuellen Arbeiten offenbar Fragen nach der Möglichkeit von Erkenntnis. Was auf den ersten Blick kaum ungewöhnlich wäre ... doch hier bedarf es eines genaueren Blicks, denn er scheint eine eigene Qualität im Umgang mit dieser für ihn gerade auch ästhetisch motivierten Fragestellung zu generieren.

Und zwar zunächst mittels Kontinuität und Intensität. In den letzten Jahren lief das Werk mit zunehmender Konsequenz auf den jetzigen Status Quo seiner Bilder hinaus. Verkürzt gesagt: Es wurde weggelassen, zensiert, getarnt, verstellt, nicht gezeigt, nicht „gemalt“. Und diese Kontinuität führt bei Matten Vogel zu einer zielgerichteten Durchdringung des Themas „Erkennen / Nicht-Erkennen“. Nicht nur wird das visuelle Bild auf einer technischen Ebene zerlegt, unscharf und überwunden, sondern daraus folgt eine ästhetisch-theoretische Auseinandersetzung mit unserer Auffassung von Erkenntnis.

Vogels neueste Arbeiten gelingt dabei eine erstaunliche Balance zwischen Offenheit und klarer Verdichtung einer Idee. Zunächst offen in Bezug auf mögliche Weisen der Erkenntnis oder besser Nicht-Erkenntnis und dann aber eben auch klar verdichtet in der Aufforderung die Möglichkeit von Erkenntnis ästhetisch zu thematisieren. Denn natürlich will der Betrachter erkennen und genau dieser Wille wird subtil und dann vor allem produktiv gebrochen – wer möchte, kann vorschnell durchaus eine Art negative Rasterfahndung assoziieren. Erkenntnis scheint nicht möglich und vom Künstler auch nicht gewollt.

Doch so einfach ist es nicht. Denn „Über die Unmöglichkeit zu erkennen“ forciert mittels Intensität und Insistieren eine Art erkenntnistheoretischen Dreischritt: Der Wille zur Erkenntnis („Ich will wissen“), die Unmöglichkeit zu Erkennen („Kein Inhalt?“) und ein Flimmern oder Blurring von Erkenntnis („Nicht-Erkenntnis / Erkenntnis?“). Es passiert etwas. Durch Fragestellung und ästhetische Umsetzung wird der Betrachter auf etwas hingewiesen: Das Verschwinden von Erkenntnis kann ein produktiver Widerspruch sein, der zu einer Struktur des Flimmerns führt.

Und das, obwohl die Anordnung im Raster gegen eine solche Wahrnehmung zu sprechen scheint. Doch Matten Vogel produziert eben nicht technisch sauber, stattdessen malt er dreckig, verschwommen, unscharf und nutzt zudem eine weiß-grau-schwarz Palette. Insgesamt bringt Matten Vogel die Erkenntnis scheinbar zum Verschwinden, nur um sie gleichzeitig anders einzufordern; oder um den Betrachter aufzufordern: Sich zusammen mit dem Künstler an möglichen Formen des Nicht-Erkennens abzuarbeiten ohne eine strukturelle Präsenz von Erkenntnis – ob verdeckt, negiert oder „dahinter“ – aus den Augen verlieren zu können. Blurring: Erkenntnis.

Jörg Streichert

De-cognition?

Perhaps: Loss of content, fuzziness, disappearance, emptiness. >> With his current works Matten Vogel appears to be raising questions on the potential of awareness. At first glance this would not seem unusual ... but here it requires more careful investigation because with this question he appears to generate a quality of his own which is also an aesthetically motivated one.

And first of all by means of continuity and intensity. In the last few years, his work has led, with increasing consistency, to the present status quo of his pictures. In short, things have been omitted, censored, displaced, not shown, not ‘painted’. And in Matten Vogel’s case this continuity has led to a selective pervasion of the theme “perception/non-perception.” Not only is the visual picture analyzed on a technical level, fuzzy and transcended, but it also leads to an aesthetic examination of our notion of perception.

Vogel’s most recent works achieve an amazing balance between openness and the clear compression of an idea. At first open in reference to possible modes of perception or better, non-perception, but then also clearly condensed into the challenge of addressing the possibility of perception on an aesthetic level. It goes without saying that the viewer wishes to perceive and it is exactly this wish which is subtly and then productively undermined – those who wish to can of course hastily associate a sort of negative ‘dragnet investigation’. Perception does not appear to be possible, nor intended by the artist.

But it is not quite this simple. One is forced “to perceive through impossibility” by means of intensity and the insistence in quasi three perceptive steps: The will to perceive (“I want to know”), the impossibility of perception (“no content?”) and a flickering or blurring of cognition (“de-cognition”). Something happens. By way of questions and aesthetic translation something is pointed out to the observer: The disappearance of perception can be a productive contradiction which leads to a structure of flickering.

This happens even though the order in the grid pattern appears to speak against such a perception. However, Matten Vogel does not produce something which is technically clean, he paints in a dirty, blurred way and moreover uses a white, gray and black palette. Overall, Matten Vogel makes cognition disappear only to expect it of us in a different vein; or to challenge the viewer to work through possible forms of non-cognition, together with the artist without being able to lose sight of the structural presence of cognition, whether it is concealed, negated or ‘behind’. Blurring: Cognition.

Jörg Streichert